Auszug aus den Lübecker Nachrichten / von Juuta Colschen geschrieben
Riepsdorf – Es war erst die dritte Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Oldenburger Graben Niederung. Aber im “Mittelpunkt der Welt” standen längst nicht mehr nur Ideen, sondern bereits konkrete Planungen und vor allem erste Maßnahmen zur Umsetzung des im November des vergangenen Jahres durch das Umweltministeriums anerkannten Projektes Naturerlebnisraum Oldenburger Graben Niederung auf der Tagesordnung.
Die 35 000 Euro, die der Minister mitgebracht hatte, und eine erneute Spende der Klara-Samariter-Stiftung in Höhe von 20 000 Euro versetzen die Interessengemeinschaft in die Lage, die erste Etappe auf der maritimen Reise durch Feuer, Wasser, Eis in Angriff zu nehmen.
Der notwendige Lückenschluss im Wegenetz Dannau (Wiesenweg – Brücke über den Graben und weiter zur B 202), die Erstellung eines Flyers, der Bau einer Aussichtsplattform auf dem Dach der Deichschleuse in Weissenhaus sowie die Info-Schilder zu Eiszeit, Vordringen der Gletscher in die Niederung und Meeresanstieg im Ostseebecken sind bereits finanziert.
Ebenfalls 2005 geplant ist auch der Pavillon im Bereich des Robinson-Parkes in Weissenhäuser Strand als eines von mehreren Eingangstoren in die Niederung des 22 Kilometer langen Oldenburger Grabens. Aber: Die Finanzierung – 15 000 Euro fehlen der Interessengemeinschaft – ist noch nicht gesichert und auch der genaue Standort des Pavillons noch nicht endgültig geklärt. “Wir bemühen uns weiter um Spenden”, zeigte sich der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Johann Höper, aber optimistisch.
Neben den konkreten Maßnahmen wird in diesem Jahr auch die Detailplanung für den dritten (Oldenburger Bruch), vierten (Matzenkoog) und fünften (Grube/Dahme) “Teilraum” des Gesamtkonzeptes durch das Planungsbüro Pro Regione in Angriff genommen. Dabei hat Planerin Sabine Petersen das Ziel fest im Auge: Der Naturerlebnisraum soll kein Flickenteppich der Informationen werden, sondern die Spuren aufzeigen, die die Geschichte in der Niederung hinterlassen hat. In den Teilbereichen werden die unterschiedlichen Zeitepochen dargestellt ohne den roten Faden der gesamtgeschichtlichen Entwicklung von der Eiszeit über die steinzeitliche Besiedlung, das Mittelalter bis hin zur wasserwirtschaftlichen Entwicklung des Tales aus den Augen zu verlieren.
Hineingehen in die Geschichte der Niederung, die im Nordwesten bei Weissenhaus an die Hohwachter Bucht und im Südosten bei Dahme an die Lübecker Bucht grenzt, soll man durch vier Eingangstore in Weissenhäuser Strand, Oldenburg, Dahme und Grube. Das “Hauptportal” wird in Oldenburg sein. Angeschmiegt an den Wall und das Museum ist ein “Info-Park Oldenburg” geplant, der räumlich und thematisch in die Niederung einführen soll.