Die Lübecker Nachrichten meldeten schon am 1. Dezember, dass der ehemalige Fernmeldeturm in Klaustorf (Großenbrode bei Heiligenhafen) in der Inhaberin des Meereszentrums auf Fehmarn einen “Käufer” und vor allem Nutzer gefunden hat. Hier soll in den nächsten Jahren als Ergänzung des Meereszentrums ein Aquarium mit Ostseebewohnern entstehen.

Die Käuferin Evelyne Schopf spricht in den LN von der beonderen Lage der Anlage, die in Zeiten des kalten Krieges die Ostsee überwacht hat. Ich kann nur bestätigen, dass die Lage wirklich einmalig ist. Man muss sich nur einmal z.B. in Boltenhagen auf die Steilküste stellen und bei guter Sicht mit dem Fernglas Richtung Nord/Westen blicken. Wenn man sich konzentriert und die Sicht gut ist, sieht man als kleinen Punkt den Leuchtturm Dahmehöved und ein Stück weiter nördlich wesentlich größer den Fernmeldeturm Klaustorf. Und der Ausblick von Klaustorf aus ist entsprechend. Das kann ich sagen, ohne bisher selbst auf dem Turm gewesen zu sein. Es reicht für die Vorstellung aus, wenn man vor dem Zaun steht und den Ausblick geniesst, der einem von dort zu drei Seiten Wasser bietet. Das hab ich schon oft genug getan …
Auf der nahe gelegenen E47 (wird gerade zur Verlängerung der Autobahn 1 ausgebaut) ist der Turm aus beiden Fahrtrichtungen gut zu sehen.
Soweit ich weiss, ist das Projekt “Ocean Tower” bei Verwirklichung die erste zivile Nutzung dieser Art Türme, von denen es 5 Stück an der ehemaligen Deutsch-Deuschen Grenze gibt. Die Bundeswehr hat den Standort Klaustorf vor gut einem Jahr verlassen. Ein von der Bauart ähnlicher Turm steht auch etwas südlicher in Pelzerhaken (bei Neustadt in Holstein).
Der Fernmeldeturm heisst jetzt Ocean Tower. Über den Namen kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Vor der Investition habe ich sehr grossen Respekt. Der Turm bzw. die ganze Anlage wurde zu militärischen Zwecken gebaut und sicherlich “bombensicher”, was Bauarbeiten vermutlich erschweren wird. Auszuschliessen ist vielleicht auch nicht die Verwendung von Asbest beim Bau in den 1970er Jahren. Der obere Ring des Turms ist angeblich aus ganz dünnem Material, weil dahinter die Sende- und Lauschtechnolgie verborgen war. Fenster oder dergleichen wird man hier also wohl nicht so leicht einbauen können. Wie gesagt: meine Hochachtung vor dem Projekt. Frau Schopf hat ja mit dem Meereszentrum schon bewiesen, dass sie in der Lage ist, grosse Dinge umzusetzen. Das Meereszentrum Fehmarn zählt zu den größten Hai-Aquarien Europas.
Ich wünsche von Herzen viel Erfolg bei dem Projekt. Mir liegt weniger an einem Aquarium als an irgendeiner sinnvollen Nutzung dieses auch für die jüngere deutsche Geschichte sehr wichtigen Symbols.